Im Rahmen unserer Clubpartnerschaft mit dem 1. FSV Mainz 05 durfte unser Trainerteam kürzlich an einer spannenden Fortbildung teilnehmen. Gestartet wurde im Nachwuchsleistungszentrum am Bruchwegstadion mit einer Praxiseinheit bei der U16, ehe es in der MEWA-Arena mit einem Fachvortrag weiterging. Das Thema lautete: „Athletik im Fußball – Sprints als Erfolgsfaktor“, vorgestellt von Marvin Kilian (Leiter Athletik & Medizin NLZ) und Björn Muser (Athletiktrainer U21 NLZ).
Zu Beginn stand die Frage im Raum: Warum eigentlich Schnelligkeitstraining und warum gezielt im Fußball? Schnell wurde deutlich, weshalb es im modernen Spiel unverzichtbar ist. Denn Fußball allein reicht nicht aus, um die maximale Sprintleistung zu entwickeln. Entscheidend ist vielmehr das bewusste Platzieren solcher Einheiten im Wochenverlauf, immer in Balance mit Belastung und Ermüdung sowie Fitness und Frische.
Anhand aktueller sportwissenschaftlicher Erkenntnisse wurde verdeutlicht, dass unterschiedliche Systeme (etwa der aerobe und anaerobe Stoffwechsel, die Maximalkraft oder die Schnellkraft) ganz verschiedene Anpassungszeiträume haben. Für uns Trainer heißt das: Schnelligkeit muss geplant, periodisiert und in den Mannschaftsrhythmus integriert werden, damit sie nachhaltig Wirkung entfaltet.
Besonders spannend war auch die Betrachtung der Spielformen. Kleinere Felder mit weniger Spielern führen zu hoher Intensität, vielen Zweikämpfen und einem kraftbetonten Spiel, während größere Felder mit mehr Spielern längere Laufwege, höhere Geschwindigkeiten und auch regenerative Effekte mit sich bringen. So lässt sich bewusst steuern, welchen Schwerpunkt eine Spielform setzt – ein Gedanke, der unsere Erfahrungen vom DFB-Campus wunderbar ergänzt.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Periodisierung des Sprinttrainings auch im Nachwuchs- und Amateurfußball. Besonders praxisnah war die Vorstellung einer typischen Sprint-Einheit von 15 bis 30 Minuten. Sie beginnt mit einer Aktivierung durch Mobilisation, dynamisches Dehnen und Laufkoordination. Daran schließen sich Sprünge und plyometrische Übungen zur Vorbereitung des Nervensystems an. Es folgen Technikelemente wie Sprungläufe und Steigerungsläufe, bevor die Einheit mit freien Sprints abgeschlossen wird. Mindestens einmal sollte dabei ein Sprint über 30 Meter enthalten sein, wobei ausreichende Pausen zur Regeneration zwingend notwendig sind.
Was bleibt, ist eine klare Botschaft: Schnelligkeitstraining gehört in jedes moderne Fußballtraining, unabhängig vom Alter. Ob U11 oder U19, eine kurze, aber intensive Einheit pro Woche kann den Unterschied machen. Während im Jugend- und Erwachsenenbereich eine bewusste Periodisierung entscheidend ist, darf das Training im Kinderbereich noch spielerischer eingebettet sein.
Diese Fortbildung hat uns nicht nur mit wertvollem Fachwissen bereichert, sondern auch mit vielen konkreten Ideen für unseren Trainingsalltag. Herzlichen Dank an Mainz 05 sowie Marvin Kilian und Björn Muser für eine inspirierende Veranstaltung, deren Inhalte wir gerne mit viel Schwung für unsere Arbeit in Bad Homburg mitnehmen!
Bericht: Konrad Kleinfeld

